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Versöhnliche Töne von Kroatien und Serbien

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Versöhnliche Töne von Kroatien und Serbien

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Die einstigen Kriegsgegner gaben sich in Brüssel die Klinke in die Hand: Der serbische Regierungschef Cevtcović und Kroatiens Präsident
Josipović hatten an diesem Freitag Termin bei EU-Ratspräsident Van Rompoy. Beide peilen den Beitritt an. Wenn auch mit unterschiedlicher Aussicht auf schnellen Erfolg.

Beide Staaten haben nach Ende des Krieges, der der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens 1991 folgte, vor dem Internationalen Gerichtshof gegen den anderen Klage wegen Völkermordes eingereicht. Heute, knapp fünfzehn Jahre später, streckte der frisch gebackene kroatische Präsident Ivo Josipović den Serben die Hand zur Versöhnung aus. Man müsse aktiv die Probleme lösen. Und er schloss nicht aus, dass am Ende beide Länder ihre Klagen zurückziehen.

Serbiens Ministerpräsident Mirko Cevtcović blies ins selbe Horn: “Ich erwarte, dass wir beide unsere Klagen zurückziehen. Das ist die beste Lösung. Ich glaube, wir müssen in Zukunft mit Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro zusammengehen. Dies ist die Gruppe der Völker mit unterschiedlichen Nationalitäten, aber der selben Sprache, die sich einander am nächsten stehen sollten. Denn die Sprache ist natürlich sehr wichtig.”

Annäherung auf dem Balkan war auch das Ziel beim Treffen der Regierungschefs von Slowenien und Kroatien und des serbischen Präsidenten an diesem Freitag. Slowenien und Kroatien haben erst jüngst ihre Grenzstreitigkeiten beigelegt. Derentwegen hatte Slowenien den EU-Beitritt Kroatiens blockiert. Dieser steht nun bald in Aussicht. Bei Serbien dürfte es noch deutlich länger dauern…