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Völkermord-Resolution führt zu Verstimmung zwischen Ankara und Washington

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Völkermord-Resolution führt zu Verstimmung zwischen Ankara und Washington

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Eine Resolution zum Völkermord an den Armeniern erschüttert die Beziehungen zwischen Ankara und Washington. Die Türkei rief ihren Botschafter in der US-Hauptstadt zu Beratungen zurück nach Ankara. Zuvor hatte der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus einen Beschluss angenommen, in dem die vom Osmanischen Reich an der armenischen Bevölkerung verübten Gräuel als Völkermord bezeichnet werden.

“Eine der Folgen des Beschlusses ist, dass die Türkei ihren Botschafter zu Beratungen zurückgerufen hat”, sagt der frühere Botschafter in Washington, Faruk Lologlu. Schon 2007 hatte

der Auswärtige Ausschuss einen ähnlichen Beschluss angenommen. Eine Abstimmung in der gesamten Kammer fand allerdings nicht statt. Der damalige US-Präsident George W. Bush warnte vor einer Verschlechterung der Beziehungen mit dem strategisch wichtigen NATO-Partner Türkei, dem Nachbarn des Irak.

Nicht die Türkei werde durch den Beschluss Schaden nehmen, sondern die Strategie der USA, so der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu. Vor Bush hatte Bill Clinton seinen Widerstand erklärt. Im US-Kongress gibt es seit Jahren Versuche, die Massaker an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen.Während des Ersten Weltkrieges wurden nach unterschiedlichen Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Armenier im damaligen Osmanischen Reich getötet.