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Abtreibungsgegner demonstrieren in Madrid

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Abtreibungsgegner demonstrieren in Madrid

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Unter dem Motto: “Spanier für das Leben” haben Tausende in Madrid gegen das neue Abtreibungsgesetz protestiert, das die sozialistische Regierung verabschiedet hat. Vor allem konservative Kreise und die katholische Kirche empören sich, dass Spanierinnen dadurch bis zur 14. Schwangerschaftswoche abtreiben dürfen.

“Wir fordern das Recht auf Leben. Die Kinder sind nicht dafür verantwortlich, ob ihre Eltern sie lieben. Die hätten sich das früher überlegen sollen”, meint eine Demonstrantin.

Doch sind auch Spaniens Katholikinnen an diesem Punkt nicht alle einer Meinung. Paloma Alfonso, Sprecherin der Vereinigung “Katholiken für das Recht auf Entscheidung”, sagt dazu:

“Die Kirche hat keine Macht, wenn die Bevölkerung nicht daran glaubt. Und beim Thema Sexualität und Fortpflanzung gibt es eine große Ablehnung. Die große Mehrheit der Katholiken benutzt Verhütungsmittel und treibt zur Not ab. Das heißt, wir folgen den Vorgaben der Kirchenführung in diesen Themen nicht.”

Das neue Gesetz ist vor zwei Wochen vom Kabinett verabschiedet worden und tritt im Juli in Kraft. Nach dem bisher geltenden Gesetz von 1985 war in Spanien der Schwangerschaftsabbruch verboten, jedoch in Ausnahmefällen, etwa nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für die psychische oder physische Gesundheit der Frau, erlaubt. Jährlich werden in Spanien rund 100.000 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen.