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Freude in Island über Nein beim Referendum

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Freude in Island über Nein beim Referendum

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Mit Feuerwerken haben die Isländer das Ergebnis der ersten Volksbefragung in Islands Geschichte gefeiert: 93 Prozent sagten Nein zu dem Abkommen mit Großbritannien und den Niederlanden zur Tilgung der gigantischen Staatschulden, die aus dem Zusammenbruch der isländischen Landsbanki resultieren.

“Ich glaube, so eine Botschaft in Bezug auf die Bankenrettung würden Leute überall auf der Welt ihrer Regierung gern übermitteln. Wir wollen nicht für ein System bezahlen, das nicht funktioniert”, meinte eine junge Isländerin.

Ein Mann sagte:
“Ich glaube, hier geht es darum, dass die Leute nicht bereit sind, in eine Art Schuldensklaverei gezwungen zu werden.”

Verärgert hatte die Isländer vor allem der hohe Zinssatz von 5,5 Prozent, den das Abkommen vorsah. Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir schien nicht überrascht von dem Ergebnis.

“Es ist ziemlich klar, dass dieses Abkommen nicht funktionierte. Das Referendum bestätigt das. Jetzt müssen wir weiterarbeiten, das heißt: die Verhandlungen mit den Niederländern und den Briten fortsetzen”, erklärte sie.

Die britische und die niederländische Regierung hatten die Sparer entschädigt, die ihr Geld in Islands Bank Icesave verloren hatten. Bis 2024 soll Island fast vier Milliarden Euro zurückzahlen. Inzwischen haben die Gläubigerregierungen bereits bessere Bedingungen angeboten.