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Stimmenauszählung im Irak begonnen

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Stimmenauszählung im Irak begonnen

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Nach der Parlamentswahl im Irak hat die Auszählung der Stimmen begonnen. Ein vorläufiges offizielles Ergebnis wird nicht vor Donnerstag erwartet, ersten Erhebungen zufolge liegt aber die Rechtsstaat-Koalition von Ministerpräsident Nuri al-Maliki vorn. Allerdings erwarten Beobachter, dass komplizierte Koalitionsverhandlungen bevorstehen, denn auch die religiöse Schiiten-Allianz von Ammar al-Hakim und das reformorientierte Bündnis al-Irakija unter dem säkularen Schiiten Ijad Allawi gehen gestärkt aus der Wahl hervor. Die unabhängige Wahlkommission berichtet von Dutzenden Beschwerden, die nun erst geprüft werden müssten. Mishaan al-Saadi spricht für das Bündnis von Allawi: Es werde Wahlfälschungen geben, sagt er, so wie Ijad Allawi das bereits in seiner Rede gesagt habe, Allawi habe die Wahlkommission vor Fälschungen gewarnt. Anders sieht das der Großteil der internationalen Gemeinschaft. US-Botschafter Christopher Hill drückte Zufriedenheit aus. Wahlbeobachter hätten von ruhigen und normalen Wahlen berichtet. Sie seien davon beeindruckt gewesen, wie gut die Menschen die Wahlprozedur gekannt hätten. Es habe einige Probleme gegeben, etwa Namen auf den Wahllisten zu finden, oder dass manche Leute weiter laufen mussten als vorgesehen, weil der Autoverkehr gesperrt gewesen sei. Extremisten hatten in Bagdad und mehreren Provinzen des Zentralirak Anschläge verübt, um die Wahl zu stören. Dabei wurden mindestens 38 Menschen getötet. Die Wahlbeteiligung lag dennoch nach ersten Angaben der Wahlkommission landesweit bei mehr als 60 Prozent. Um die 325 Sitze im Parlament bewarben sich rund 6.200 Kandidaten.