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Kritik türkischer Experten nach Erdbeben

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Kritik türkischer Experten nach Erdbeben

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Nach einem mittelschweren Erdbeben in der Türkei mit zahlreichen Toten und großen Schäden haben Experten die Regierung in Ankara kritisiert. Ein Beben der Stärke sechs dürfe nicht zu so vielen Toten führen, sagten Experten. Die Gebäude seien auf ein Erdbeben nicht vorbereitet. Türkischen Medien zufolge sind nur rund fünf Prozent der Gebäude vor Erschütterungen geschützt. Selbst in Städten wie Istanbul sollen es nur 30 Prozent sein. “Unser Haus brach zusammen, ich sah nicht einmal, wie das geschah”, berichtet eine Frau aus dem Dorf Okcular. “Wir versuchten unsere drei Kinder zu retten, doch sie waren bereits tot.” Bei dem Unglück in der ostanatolischen Provinz Elazig kamen wenigstens 51 Menschen ums Leben. Etwa einhundret wurden verletzt. Dutzende aus luftgetrockneten Lehmziegeln errichtete Häuser stürzten ein. Nach Ansicht von Fachleuten dürfte ein Beben wie jenes am frühen Montagmorgen Gebäude nicht einmal beschädigen. Viele Menschen mussten die Nacht im Freien zubringen. “Es war sehr kalt”, so eine der Betroffenen, die in einem Zelt Zuflucht fand. “Es war überfüllt, Kinder, ältere Menschen, Verletzte waren hier. Wir haben gefroren. Wir hatten Glück, dass wir mit Zelten, Decken und Nahrung versorgt wurden.” Die Rettungs- und Aufräumarbeiten gingen inzwischen weiter. 1999 kamen bei einem Erdbeben im Nordwesten der Türkei 18 000 Menschen ums Leben.