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Missbrauchsskandal in Österreich

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Missbrauchsskandal in Österreich

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Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat Österreich erreicht: Nach dem Rücktritt eines Salzburger Erzabtes häufen sich die Anrufe Betroffener bei den Beratungsstellen, bislang wurden gut 30 Fälle bekannt. Allein in der Steiermark sollen es 20 Fälle gewesen sein, im Vorarlberger Kloster Mehrerau werden weitere gemeldet. Sie alle liegen Jahre zurück. Die österreichische katholische Kirche drückte ihr Bedauern aus, jeder Fall müsse nun genau geprüft werden. Der Künstler André Heller war Schüler im Jesuiten-Internat Kalksburg, auch er hat Missbrauchsfälle beobachtet: “In meinem persönlichen Fall war es so, dass er mich nicht missbraucht hat, aber dass ich eine Bindung zu ihm hatte, weil er mich gestreichelt hat in der Nacht, kam an mein Kopfende in diesem Raum, in dem viele Kinder in so Militärbetten schliefen… und hat mir die Schläfen gestreichelt und ein Stück Schokolade gegeben. Das habe ich als angenehm gefunden, weil ich immer auf der Suche nach einer Zärtlichkeit war in dieser Kinder-Inquisition.” Als Missbrauch habe er das aber nicht empfunden: “Ich nicht, aber mich hat er nicht missbraucht, sondern gestreichelt”, so Heller. In den Niederlanden wird der Skandal um sexuellen Missbrauch von Kindern in Einrichtungen der katholischen Kirche nach einem Beschluss der Bischofskonferenz durch externe und unabhängige Ermittler aufgeklärt. Dort gingen bislang mehr als 350 Beschwerden ein, nicht nur über Priester, sondern auch über Nonnen, die Jungen missbraucht haben sollen. Seitens der Kirche hiess es, der Missbrauchsskandal in Deutschland fördere die Aufarbeitung in den Niederlanden.