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Privatautos als Polizeisperren in Moskau

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Privatautos als Polizeisperren in Moskau

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Weil sein Auto von der Polizei als Straßensperre mißbraucht worden sei, hat ein Russe bei der Behörde Beschwerde eingelegt. Die Beamten hatten zehn Autos gestoppt – mitten auf einer Schnellstraße in Moskau, ohne weitere Erklärung. Der Fahrer berichtete: “Ein Verkehrspolizist hat mich gestoppt. Ich sollte meinen Wagen in die vierte Spur stellen; in den anderen standen schon Autos. Minuten später sah ich einen Audi kommen. Er durchbrach die Sperre und beschädigte meinen Wagen und noch zwei.”

Mit den Autos – in denen noch die Fahrer saßen – sollten bewaffnete Straßenräuber gestoppt werden, doch die ließen sich nicht aufhalten. Russische Medien sprachen von einem Skandal.

Der Vorfall beschäftigt nun auch das Parlament. Ein Abgeordneter der rechtsradikalen Liberaldemokraten erklärte, gegen die Verantwortlichen sollten Strafverfahren eingeleitet werden: “Die üblichen Verwarnungen sind sinnlos, sie sollten gefeuert werden und vor Gericht kommen, den wer einen anderen wissentlich in Gefahr bringt – und dies als Amtsperson – begeht eine Straftat.”

Im vergangenen Monat entließ Staatspräsident Dmitry Medwedew mehrere Polizeigeneräle und forderte die übrigen auf, gegen Korruption vorzugehen und für eine wirksamere Polizeiarbeit zu sorgen. Die Behörde ist als willkürlich, brutal und korrupt verschrieen.

In diesem Fall hat sich die Polizei inzwischen entschuldigt. Der Chef der betreffenden Einheit sei vom Dienst suspendiert worden, erklärte der Leiter der Moskauer Verkehrspolizei.