Eilmeldung

Eilmeldung

Was jüdische Siedlungen in Ost-Jerusalem bewirken

Sie lesen gerade:

Was jüdische Siedlungen in Ost-Jerusalem bewirken

Schriftgrösse Aa Aa

“….und nächstes Jahr in Jerusalem”, beten seit Jahrhunderten Juden in der Diaspora. Leider ist nicht nur ihnen die Sehnsucht nach dieser Stadt eigen. Auch die Muslime, die Jahrhunderte dort leben und dort einige ihrer wichtigsten Heiligtümer errichtet haben, betrachten “al Quds”, so der arabische Name, als ihre Stadt. Zumindest wollen sie den Ostteil als Hauptstadt eines Palästinenserstaates.

Dort leben derzeit rund 250.000 Palästinenser und 200.000 Israelis. Jüdischer Siedlerverbände wolle die demografische Struktur zu Gunsten der Israelis ändern. Darum wird unter dem Davidstern in Ost-Jerusalem emsig gebaut.

Im 6-Tage-Krieg 1967 eroberte Israel die bis dahin zu Jordanien gehörenden Gebiete Westjordanland und Ost-Jerusalem. Durch die israelischen Siedlungen wurden die Palästinersergebiete zerrissen, was die Gründung eines eigenen Staates natürlich erschwert. Dass dort Israelis angesiedelt wurden und werden, widerspricht Artitel 49 der 4. Genfer Konvention, die besagt, “Besatzungsmächte (dürfen) Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung nicht in besetzte Gebiete umsiedeln.”

Der UN-Sicherheitsrat erklärte 1980 das israelische Gesetz, mit dem die besetzten Gebiete dem eigenen Staat einverleibt wurden, für ungültig. Praktische Auswirkungen hatte das keine.

Die Emotionen kochen immer wieder hoch, weil in Jerusalem auf nur wenigen Quadratkilometern die Heiligtümer dreier Religionen dicht beienander liegen. Felsendom, Al-Aqsa-Moschee, Klagemauer und Kirche zum heligen Grab sind jeweils nur einen Steinwurf voneinander entfernt.

Und zum Steinewerfen in der zweiten Intifada provozierte vor 10 Jahren der damalige rechte Oppositionsführer Ariel Scharon durch seinen Marsch durch die den Muslimen vorbehaltene Zone die jungen Palästinenser.

In jüngerer Zeit werden die Spannungen angeheizt durch eine bizarre Art von Immobilienstreit.
Israelische Gerichte erkennen die zum Teil noch aus der osmanischen Zeit stammenden Gründstücksurkunden von Palästinensern nicht an, lassen ganze Familien exmitieren und stellen die Grundstücke dann jüdischen Organisationen zur Verfügung.

Die israelischen Behörden wollen mit den Neubauten in Ost-Jerusalem vollendete Tatsachen schaffen – sprich: eine jüdische Bevölkerungsmehrheit.