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Gedenken an Madrider Anschlagsopfer

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Gedenken an Madrider Anschlagsopfer

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Es ist der 11. März – hier in Madrid und in ganz Spanien ist das jedes Jahr ein Tag des Gedenkens. Sechs Jahre ist es nun her, dass auf mehrere Eisenbahnzüge Bombenanschläge verübt wurden. Fast zweihundert Menschen kamen bei diesen Anschlägen ums Leben, zehnmal so viele wurden verletzt.

Angehörige erinnern vor dem Atocha-Bahnhof an die Opfer von damals – Opfer, die an jenem Tag einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren. “Jeder könnte an meiner Stelle sein”, sagt Pilar Manjón, die Vorsitzende eines Opferverbandes; “jeder andere könnte ebenso den Verlust eines zwanzigjährigen Sohnes beklagen, und jeder andere könnte ebenso noch immer auf ihn warten, heute noch, sechs Jahre später.”

Zehn Sprengsätze explodierten damals mitten im Berufsverkehr, in den vollbesetzten Zügen. Die
Explosionen ereigneten sich am Atocha-Bahnhof, aber auch an zwei anderen Stationen. Rund zwanzig islamistische Bombenleger wurden später zu langer Haft verurteilt.

Alles, was Trauernde damals nach den Anschlägen aus Mitgefühl an den Bahnhöfen ablegten, ist aufbewahrt worden, in einem so genannten “Archiv der Trauer”. Wissenschaftler wollen diese sonst so kurzlebigen Erinnerungen retten und so auch mehr über das menschliche Trauern herausfinden.

Vorhänge habe man zum Beispiel gefunden, berichtet eine Forscherin; man sehe, dass sie in Wohnungen abgerissen worden seien, um etwas draufzuschreiben: Frieden, oder Liebe. Aber nicht nur diese Wörter für sich zählten, sondern das Ganze.

Frieden und eine bessere Welt – das waren damals die häufigsten Wünsche nach den Anschlägen. Dazu kam oft die Botschaft: “In diesen Zügen saßen wir alle”.