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Griechenland: Generalstreik gegen Sparpläne

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Griechenland: Generalstreik gegen Sparpläne

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Die Griechen streiken. Nicht alle, doch die Mehrzahl derer, die im öffentlichen Sektor tätig sind. Weil die Fluglotsen im Ausstand sind, mussten alle Flugverbindungen von und nach Griechenland gestrichen werden. Der Luftraum ist für 24 Stunden gesperrt. Auch Eisenbahnen, Fähren, Busse und U-Bahnen in Athen werden bestreikt. Behörden bleiben geschlossen und selbst Radio- und Fernsehjournalisten schlossen sich dem Ausstand an.

Die EU zwinge dem Land sozial ungerechte Maßnahmen auf, die die Rechte der Arbeitenden berührten, so ein Gewerkschaftsvertreter gegenüber Euronews. Die Menschen und ihre Bedürfnisse aber seien wichtiger als die Märkte. Am Mittwoch protestierten die Angestellten der Müllabfuhr gegen das Sparprogramm der Regierung. Symbolisch trugen sie die geplanten Wirtschaftsreformen zu Grabe. Auch die Müllabfuhr beteiligt sich an dem Generalstreik an diesem Donnerstag.

Der Chef des Arbeitgeber-Verbands, Dimitris Daskalopoulos, hingegen kritisiert den Streik und die Gewerkschaften. Das politische System habe solche Forderungen hingenommen, was letztlich zu dem Schuldenberg geführt habe, auf dem man nun sitze. Griechenland ist geteilt: Jene, die in der Privatwirtschaft tätig sind, glauben, dass die Sparpläne notwendig sind. Die Regierung in Athen will das Defizit um rund ein Drittel verringern, das heißt 4,8 Milliarden Euro einsparen.