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Neue Proteste gegen griechisches Sparprogramm

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Neue Proteste gegen griechisches Sparprogramm

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Mit einer weiteren Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Besonders der Verkehr war betroffen. Auch Schulen und Universitäten blieben geschlossen, und die meisten Behörden.

Auf Kundgebunden in Athen und andernorts protestierten zahlreiche Menschen gegen das radikale Sparprogramm der Regierung, die damit die schwere Schuldenkrise des Landes überwinden will. Allein in Athen gingen nach Schätzungen der Gewerkschaften rund 50 000 Menschen auf die Straße.

“Ich glaube, mit dem Sparprogramm werden wir alle Probleme haben”, sagte eine Verkehrspolizistin: “Ich habe so viele Jahre gearbeitet, warum soll ich jetzt verlieren, was ich mit meinen Dienstjahren erworben habe?”
Ein Mann sagte: “Wir hoffen, dass wir mit unserem Kampf wenigstens die neuen Maßnahmen kippen können, oder dass der Kampf wenigstens eine Auswirkung auf dieses ganze Sparprogramm haben wird.”
Zielscheibe von Spott und Kritik waren führende europäische Politiker. Das radikale Sparprogramm der sozialistischen Regierung entspricht Forderungen der EU. Griechenland hat Schulden in Höhe von fast 300 Milliarden Euro. Die Europäische Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre Aufsicht gestellt.

Ministerpräsident Papandreou äußerte Verständnis für den Unmut der Bürger, doch gebe es “kein Geld” und somit keine Alternative zu den Sparmaßnahmen. Das Programm sieht unter anderem Gehaltskürzungen und einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst vor. Die Mehrwertsteuer wurde um zwei Prozentpunkte angehoben, indirekte Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe sogar um rund 20 Prozent.