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Griechenland streikt gegen Sparprogramm

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Griechenland streikt gegen Sparprogramm

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Mit einer weiteren Streikwelle haben die griechischen Gewerkschaften das Land praktisch lahmgelegt. Auf Kundgebunden in Athen und andernorts protestierten am Donnerstag zahlreiche Menschen gegen das radikale Sparprogramm der Regierung, die damit die schwere Schuldenkrise des Landes überwinden will. Allein in Athen gingen nach Schätzungen der Gewerkschaften rund 50.000 Menschen auf die Straße. Zielscheibe von Spott und Kritik waren führende europäische Politiker.
 
Ein Gewerkschaftsführer sagt, das alles sei kein griechisches Problem, sondern ein europäisches, das Problem der Einheitswährung. Die stärkeren Länder müssten Griechenland die Möglichkeit eines Kredits einräumen und zwar zu den gleichen Bedingungen, wie anderen Ländern auch, um den Angriff von Spekulanten auf das griechische Volk zu stoppen.
 
Das radikale Sparprogramm der sozialistischen Regierung entspricht Forderungen der Europäischen Union. Griechenland hat Schulden in Höhe von fast 300 Milliarden Euro.
 
Eine Postbeamtin meint, man unterstütze den Euro, das müssen man auch. Aber man wolle nicht als der bettelnde Verwandte Europas angesehen werden.
 
Ein orthododoxe Priester begründet seine Anwesenheit damit, dass er vor seinem Priesteramt zehn Jahre lang auf Baustellen gearbeitet habe und mit den Arbeitern protestieren wolle. Ob die Regierung denn nicht sehe, dass er Sozialabgaben gezahlt habe?
 
Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Randalierer
auseinanderzutreiben. Rund 200 Autonome lösten sich aus der Demonstration und schlugen mehrere Schaufensterscheiben nahe des Archäologischen Museums von Athen ein. Einige Demonstranten warfen Brandflaschen. Zwei Randalierer und 13 Polizisten wurden leicht verletzt.