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Streiks in Frankreich

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Streiks in Frankreich

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Zwei Tage vor den Regionalwahlen in Frankreich haben Beschäftigte in mehreren Sektoren des öffentlichen Dienstes gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Stellenkürzungen protestiert. In Paris besetzten mehrere Dutzend Angestellte das Verwaltungsgebäude für das öffentliche Krankenhauswesen der Region. Die Polizei verhinderte, dass weitere Demonstranten in das Gebäude eindringen. Zu den Protesten aufgerufen hatten mehrere Gewerkschaften. Nach ihrer Auffassung werden die vorgesehenen Restrukturierungsmaßnahmen auf Kosten von Patienten und Personal ausgetragen. Auch die Lehrer an weiterführenden Schulen gingen auf die Straße. Auch sie drückten ihren Ärger über Stelleneinsparungen und einen Mangel an qualifizierten Personal aus. Die Eltern unterstützen die Proteste: “Wir haben keine Mittel mehr, wir haben gar nichts”, sagt eine Mutter. “Es gibt nichts mehr für das öffentliche Bildungswesen. Was wird noch passieren, wenn wir uns nicht rühren? Eines Tages werden diejenigen, die es sich leisten können, die Erziehung ihrer Kinder bezahlen – Pech für die anderen.” Zu den Protesten hatten acht Gewerkschaften aufgerufen. Landesweit gab es 26 Demonstrationen. Für den 23. März haben die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes einen landesweiten Streik angekündigt. In mehreren Städten Frankreichs streikten auch die Beschäftigten der Müllabfuhr. In Marseille türmt sich der Abfall bereits seit einer Woche. Die Müllmänner sind dort von heute an in einen unbefristeten Streik getreten. Sie fordern wegen ihrer großen Arbeitsbelastung einen vorgezogenen Ruhestand. In Marseille streiken vor allem die Beschäftigten privater Entsorgungunternehmen. Dagegen formiert sich inzwischen der Widerstand der bei den Kommunen angestellten Müllmänner.