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Verstimmung zwischen Ankara und Stockholm

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Verstimmung zwischen Ankara und Stockholm

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Die Türkei hat ihre Botschafterin aus Schweden abberufen. Grund der diplomatischen Verstimmung zwischen Stockholm und Ankara ist die Entscheidung des schwedischen Parlaments, das Massaker des Osmanischen Reiches an Armeniern als Völkermord einzustufen. Der Reichstag in Stockholm stimmte damit gegen eine Empfehlung der schwedischen Regierung.
“Wenn wir die Opfer und ihr Leid nicht bestätigen, überdauert das Trauma die nächsten Generationen”, so ein Vertreter der sozialdemokratisch geführten Opposition, die für den Antrag gestimmt hatte.

In der vergangenen Woche hatte der Auswärtige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses eine ähnliche Resolution verabschiedet. Der türkische Staatschef Abdullah Gül sagte zu der Entscheidung in Stockholm, die Menschen, die sie getroffen hätten, seien keine Historiker. Sie zeigten wenig Respekt vor der Geschichte, was ihn traurig stimme. Auch die Resolution in Washington hatte zu einer Verstimmung zwischen der Türkei und den USA geführt. Bei Deportationen, Todesmärschen und Massakern wurden im Ersten Weltkrieg schätzungsweise 1,5 Millionen Armenier getötet.