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Übler Scherz im georgischen Fernsehen

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Übler Scherz im georgischen Fernsehen

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In Georgien brodelt die Gerüchteküche – wer steckt hinter den gefälschten Fernsehnachrichten über eine erneute russische Invasion – und was sollten sie bewirken. Noch in der Nacht protestierten wütende Zuschauer und Oppositionelle vor dem Gebäude des Fernsehsenders Imedi gegen den täuschend echten Bericht, der eine Massenpanik auslöste.

Oppositionsführerin Nino Burdzhanaadze:
“Da sollte etwas vernebelt werden, da wollte jemand die Menschen kränken und gegeneinander aufbringen – nach dem Motto, wer ist der wahre Patriot und wer nicht. Das stecken die Leute nicht weg, ganz sicher nicht. Und alles denkt, dass Präsident Saakaschwili hinter der Sache steckt.”

Dazu die Regierungssprecherin Manana Manjgaladze:
“Präsident Saakaschwili ist ein Verfechter der Meinungsfreiheit. Aber in diesem speziellen Fall wäre eine deutliche Warnung angebracht gewesen, dass es sich um eine Imitation handelt – um Panik zu vermeiden.”

Der von Präsident Michail Saakaschwili kontrollierte Sender hatte zu Bildern von Militärkolonnen sogar vom Tod des Präsidenten berichtet.

Unter anderem sagte Russlands Präsident Dimitri Medwedjew im – gefälschten – Originalton, er wolle Georgien von Saakaschwilis Tyrannei befreien.

Erst am Ende der Sendung wurde die Fälschung kenntlich gemacht.

Da hatte die Mutter eines Soldaten – so berichtete ein Parlamentarier – bereits vor Aufregung einen tödlichen Herzinfarkt erlitten.

Nach dem Krieg im Südkaukasus im August 2008 hatte Georgien die Kontrolle über seine abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien verloren.