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Bessere Lebenschancen für Frühchen

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Bessere Lebenschancen für Frühchen

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Yate, Großbritannien – Rebekah Walker Cox macht Frühstück für ihre Söhne Owen (6), Ethan (3) und Isaac (9), bevor sie in die Schule gehen. Selbstverständlich ist die Szene für die Familie nicht: Isaac kam 13 Wochen zu früh auf die Welt und erlitt eine Hirnblutung, als er zwei Tage alt war. Man gab ihm gerade mal ein Prozent Überlebenschance.

Isaac Walker-Cox:
“Es macht wirklich traurig – zu lesen, wie das Krankenhaus Mama und Papa mitteilte, dass ich nicht überleben würde.”

Die Eltern beschlossen, einer revolutionären Behandlung zuzustimmen – Ärzte im Southmead Hospital von Bristol wollten versuchen, die von den Blutungen verursachten giftigen Flüssigkeiten aus Isaacs Gehirn herauszuspülen – um so den gefährlichen Druck zu vermindern.

Chirurgen pflanzten zwei Schläuche in Isaacs Gehirn. Durch den ersten flossen Gift und Blut ab. Gleichzeitig strömte saubere Flüssigkeit durch den zweiten Schlauch nach. Der Druck fiel ab – so wie man den Wasserhahn aufdreht, um ein verstopftes Waschbecken frei zu bekommen.

Die Ergebnisse der neuen Methode – DRIFT genannt – bei den kleinen Patienten sind ermutigend.

Professor Andrew Whitelaw, Universität Bristol:
“Die Behandlung konnte schwere Behinderungen oder Tod in einigen Fällen verhindern. Aber am eindrucksvollsten war für mich, dass die Überlebenden entscheidend weniger behindert waren nach der neuen Behandlung. “

Sehr kleine Frühchen erleiden häufig Hirnblutungen – und wenn ein Kind dann mit viel Glück überlebt, sammelt sich im Inneren des Gehirns so lange Flüssigkeit an, bis der kleine Kopf übermässig ausgedehnt wird. Der Volksmund nennt das “Wasserkopf”. Traditionell versuchten Ärzte dann, die Flüssigkeit durch feine Kanäle im Rücken oder Kopf abzuleiten – mit dem Risiko schwerer Komplikationen.

Die neue Therapie macht neue Hoffnung: Isaac geht heute zur ganz normalen Grundschule – wie seine Brüder Owen und Ethan.