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Bringt Griechenland den Euro zu Fall?


Redaktion Brüssel

Bringt Griechenland den Euro zu Fall?

Wenn ein Staat seinen Jahreshaushalt erstellt, bemüht er sich um einen Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben. Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, ergibt sich ein Haushaltsdefizit. Als die griechischen Sozialisten 2009 an die Regierung kamen, fanden sie ein Defizit von 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor, weit mehr als ihre Vorgänger eingeräumt hatten.

Mit diesem Defizit erhöhte sich die griechische Staatsverschuldung im vergangenen Jahr auf 113 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Beide Werte liegen weit oberhalb der im Vertrag von Maastricht vereinbarten Grenzen. Das Haushaltsdefizit darf nicht mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen und die öffentliche Verschuldung muss unter 60 Prozent liegen.

Um ihr Defizit zu finanzieren, hat die griechische Regierung durch die Ausgabe von Staatsobligationen weiteres Geld aufgenommen. Gekauft wurden diese Schatzbriefe von Banken, Investmentfonds, Versicherungsunternehmen usw., die dafür Zinsen bekommen.

Im Dezember setzten die internationalen Ratingagenturen wie Moody´s, Standard & Poor`s und Fitch Griechenlands Kreditwürdigkeit herab. Aufgrund des hohen Defizits und der wachsenden Verschuldung droht in diesem Jahr eine weitere Herabstufung. Gleichzeitig begannen internationale Investoren darauf zu spekulieren, dass die griechische Regierung ihren finanziellen Verpflichtungen nicht länger nachkommen kann.

Aufgrund des Risikos werden griechische Staatsanleihen teurer. Das Land muss höhere Zinsen anbieten, um Investoren zu gewinnen. Damit nimmt die Staatsverschuldung weiter zu.

Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands hätte Auswirkungen auf die gesamte Eurozone. Betroffen wären einerseits Kreditgeber wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Andere EU-Staaten — wie Spanien, Irland oder Portugal — könnte es schwerer fallen, Kredite auf den Finanzmärkten zu bekommen.

Mit Sparmaßahmen im öffentlichen Sektor, der Erhöhung des Rentenalters und höheren Steuern will die griechische Regierung die Neuverschuldung verringern. Bis 2012 soll sie unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts gedrückt werden. Doch diese Maßnahmen haben Widerstand in der Bevölkerung ausgelöst und könnten sich als politisch nicht durchsetzbar erweisen.

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