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Spanien in der Schuldenfalle

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Spanien in der Schuldenfalle

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Viele spanische Verbraucher klagen über den Rückgang der Kaufkraft. Der Preis einiger Produkte hat sich seit Einführung des Euro verdoppelt.

“Die Menschen gehen vorsichtig mit dem Geld um und kaufen weit weniger”, sagt ein Händler auf einem Markt in Madrid. Das liegt an den Preisen, findet eine Kundin: “Alles ist viel teurer geworden. Wasser, Strom, Telefon, Transport… alles.”

Besonders auf dem Wohnungsmarkt hat der Euro eine wichtige Rolle gespielt. Die spanischen Banken haben nach Einführung der neuen Währung begonnen, sehr attraktive Kredite anzubieten.

Wie Beatriz haben viele Spanier beschlossen, eine Wohnung zu kaufen. Angesichts drohender Arbeitslosigkeit und bei einem Einkommen von 300 Euro steckt sie jetzt in der Klemme. “Ich habe eine schöne, große Wohnung”,berichtet Beatriz, “aber bei meinem Gehalt habe ich Probleme mit der Rückzahlung des Kredits.”

Beatriz ist ein typischer Fall, sagt der Volkswirt Rafael Pampillon: “Wir haben uns in den vergangenen Jahren stark verschuldet, um Immobilien oder Autos zu kaufen oder in den Urlaub zu fahren, und diese Schulden müssen logischerweise zurückbezahlt werden.”

Um die monatlichen Raten zahlen zu können, lebt Beatriz jetzt wieder bei ihren Eltern. “Wenn ich keinen sicheren Arbeitsplatz mit einem richtigen Gehalt finde, so dass ich den monatlichen Abtrag leisten kann, werde ich nicht unabhängig leben können.”

Zumindest in Spaniens öffentlichem Dienst sind höhere Einkommen nicht zu erwarten. Angesichts des hohen Defizits will die Regierung im Juli ein Sparprogramm vorstellen.