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Vereint gegen "al-Quaida des islamischen Maghreb"

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Vereint gegen "al-Quaida des islamischen Maghreb"

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Tagung zur Terror-Abwehr in Algerien.
Erstmals sitzen Vertreter von 7 afrikanischen Staaten an einem Tisch. Gemeinsam leiden sie unter den Aktivitäten jener radikalen Gruppe, die sich “ Al-Quaida des Islamischen Maghreb” nennt.
Die Konferenzteilnehmer kommen aus Algerien, Mali, Burkina Faso, Libyen, Tschad, Mauritanien und Niger.

Der algerische Außenminister Moirad Medelci spricht über die neuen Dimensionen der Gefahr, die durch die Verbindung von Terrorismus mit organisierter Kriminalität entstehen, etwa beim Drogen- und Waffenhandel. Die USA bewerten “Al-Quaida des islamischen Maghreb” als eine der am besten organisierten und daher gefährlichsten Terrorgruppen der Welt .

Ihre Wurzeln hat sie in Algerien, ihre Ahnen sind die gewalttätigen islamischen Fundamentalisten der 90er Jahre. Um die 28.000 sollen es damals gewesen sein.
18 Jahre später hat sich die Bewegung auf die Nachbarländer ausgedehnt. Wieviele aktive Kämpfer im Einsatz sind, kann nur wage geschätzt werden. Tatsache ist, dass sich die Aktivitäten immer weiter nach Süden in Richtung Sahel-Zone verlagern.

Angefangen hat es als eine Art Bürgerkrieg, nachdem Ende Dezember 1991 in Algerien die Parlamentswahlen abgebrochen wurden, weil die islamische Partei FIS im ersten Wahlgang überraschend viele Stimme bekommen hatte.

Zu den ersten Attentaten bekannte sich die “Bewaffnete islamische Gruppe” – abgekürzt GIA.
Die ermordete algerische Polizisten und ausländische Ingenieure, Journalisten und Mönche, entführte ein französisches Flugzeug und lähmte so die algerische Staatsmacht über Jahre.

1998 spaltete sich eine Untergruppe ab, die diese brutalen Methoden ablehnte. Sie nannte sich “Salafisten-Gruppe für Predigt und Kampf”. Das Wort Salafisten bedeutet “Vordenker” und bezieht sich auf die frühen Muslime.
2003 bekannte sich diese Gruppe Osama bin Ladens “al-Quaida” zugehörig.

Zur neuen Taktik gehört seither:
Einheimische Zivilisten werden verschont.
Angegriffen werden Regierungen und internationale Organisationen wie 2007 das Gebäude der UNHCR, unter den 26 Toten waren mehrere UN-Mitarbeiter.

Geiselnahmen sind zum Markenzeichen dieses Al-Quaida-Zweiges geworden. In ihrer Ideologie bezeichnen die Täter Tourismus als eine neue Form von Kolonialismus. Wobei nicht klar ist, in wieweit dabei einfache Kriminelle mitspielen, die ihre Geiseln dann weiterverkaufen.
Bis jetzt hat diese Gruppe ihre Aktionen auf afrikanische Länder begrenzt.
Sie bezeichnet sich selber als ideologisch der Al-Quaida-Zentrale verpflichtet – in ihren Operationen aber unabhängig.