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Ausstellungen: Kapoor, Abramović, Aga-Khan

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Ausstellungen: Kapoor, Abramović, Aga-Khan

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Anish Kapoor
Wenn Anish Kapoor etwas anpackt, dann wird das Ergebnis immer gross, spektakulär, meist farbig und oft Tonnen schwer. Der im indischen Mumbai geborene Bildhauer macht auch religiöse Kunst – dabei weiss keiner, ob er irgendeiner Glaubensrichtung angehört.

Das Guggenheim Museum in Bilbao zeigt eine große Einzelausstellung mit Werken von Anish Kapoor – zum ersten Mal in Spanien. Kapoor lebt und arbeitet in London – das Guggenheim ist der bisher letzte einer ganzen Serie illustrer Ausstellungsorte rund um den Globus.

Der Künstler zeigt, wie er denkt und arbeitet und hat an der Ausstellung intensiv mitgewirkt – sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Royal Academy of Arts in London und des Guggenheim Bilbao.

Zu sehen sind zwanzig bedeutende Werke aus mehreren Serien, entstanden seit den 1970er Jahren. Im gesamten zweiten Stock des Museums wird eine spannende visuelle und psychologische Spurensuche möglich, man folgt der Entwicklung einer poetisch-plastischen Sprache.

Anish Kapoor im Guggenheim Museum Bilbao bis Mitte Oktober.

Marina Abramović

Das Museum of Modern Art in New York feiert Marina Abramović. Die “Grande Dame” der Perfomancekunst rückt ihren Ausstellungsbesuchern auf die Pelle. Ihre Installationen tragen Namen wie
“Selbstverstümmelung ist die aufrichtigste Form der Schmeichelei”.

Und auch die nachgestellte Performance “Imponderabilia” von Abramović und ihrem damaligen Partner Ulay in Bologna, Italien, verstört manche – noch 30 Jahre, nachdem die Polizei dort anrückte.

Marina Abramović, geboren 1946 in Belgrad, begann ihre Karriere in den frühen 1970er Jahren. Mit 30 bricht sie auf nach Amsterdam, beginnt eine enge Zusammenarbeit mit dem Performance-Künstler Uwe Laysiepen – Ulay, am gleichen Tag geboren in Solingen.

Das Thema der beiden: “Das Ich und die künstlerische Identität.” Sogar ihre Ternnung wurde zur spirituellen Performance auf der chinesischen Mauer und dauerte drei Monate.

Klaus Biesenbach, Kurator der Ausstellung:

“Sie ist eine einzigartige Künstlerin – sie versucht wirklich unermüdlich, ihre Grenzen auszutesten -Jahr für Jahr. Das prädestiniert sie für eine so große Retrospektive. Da wird nicht nur ihre Arbeit gewürdigt. Man sieht auch, wie sie sich abmüht, herauszufinden, was aus der Performance-Kunst wird – wie schafft sie den Übergang in die Zukunft. “

Die Retrospektive “Marina Abramović: Die Künstlerin ist anwesend” im MoMA New York bis Ende Mai.

Aga-Khan
“Schätze des Aga-Khan-Museums – Meisterwerke der islamischen Kunst” sind im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen.

Karim Aga Khan IV ist das geistige Oberhaupt der Ismailiten und gilt als direkter Nachkomme des Propheten Mohammed. Seine Sammlung gilt als eine der größten und wertvollsten Sammlungen islamischer Kunst – in Berlin dokumentieren
mehr als 200 Meisterwerke über 1000 Jahre Kulturgeschichte.

Die zwei roten Fäden heissen: „Das Wort Gottes“, unter anderem mit prächtigen Koranmanuskripten – und „Die Route der Reisenden“. Sie nimmt den Besucher mit auf den Weg von Al-Andalus, dem muslimischen Teil der Iberischen Halbinsel, zum Maghreb und nach Sizilien, weiter nach Ägypten, ins ottomanische Konstantinopel, nach Damaskus und Bagdad – bis nach Persien, Zentralasien und in das indische Mogulreich.

“Schätze des Aga Khan Museums” bis zum 6. Juni im Martin-Gropius-Bau, Berlin.