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Interview mit Mustafa Barghouti

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Interview mit Mustafa Barghouti

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euronews
Sie sind jetzt in Jerusalem und Sie haben mit den Leuten dort gesprochen.
Glauben Sie, dass es eine dritte Intifade gaben wird?

Mustafa Barghouti
“Die Intifada hatte bereits begonnen und was Sie heute sehen, ist eine friedliche Intifada, Kontrolle durch das Volk. Diese Intifada hat den Punkt erreicht, den wir heute sehen. Die Palästinenser können diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen. Wir dürfen nicht nach Jerusalem kommen. Ich bin heute hierher gekommen, ohne Erlaubnis, ich bin stundenlang über die Hügel gewandert, um die Heilige Stadt zu erreichen. Was Sie hier sehen, ist die normale Reaktion eines Menschen, der frei und unabhängig sein will.

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In den vergangenen Tagen sah es nach Spannungen aus in den Beziehungen zwischen den USA und Israel. Halten Sie es für möglich, dass die USA künftig ihre Politik gegenüber Israel ändern?

Mustafa Barghouti
Das hoffe ich.
Besonders nachdem Netanjahus Regierung und Natanjahu selber Präsident Obama und seinen Vize-Präsidenten Mister Biden brüskiert haben und natürlich auch den Nahostvermittler Mitchell.
Je mehr die US-Regierung sich um neue Verhandlungen bemüht, um so mehr Annexionsmaßnahmen verkündet Israel.
Die Frage ist jetzt: Kann die US-Regierung Sanktionen gegen Israel beschließen, wo sie doch eine ganze Reihe von Ländern aus weniger wichtigen Gründen bestraft.

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Die außenpolitische Vertreterin der EU, Catherine Ashton, ist zur Zeit im Nahen Osten unterwegs.
Glauben Sie, sie kann einen Durchbruch in den Verhandlungen erreichen?

Mustafa Barghouti
Auf keinen Fall.
Weil es keine Basis für Verhandlungen gibt.
Wie könnten wir verhandeln, während Israel den Siedlungsbau vorantreibt?
Was wir jetzt brauchen sind Sanktionen gegen Israel.
Ms. Ashton kann Israel sagen, so lange es seine Okkupationspolitik fortsetzt, wird die EU mit Strafmaßnahmen antworten.
Die Welt muß eine klare Botschaft aussenden, wenn sie wirklich einen echten Frieden im Nahen Osten sehen will.
Israel sollte wissen, dass es sich nicht über das Völkerrecht erheben kann.