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Irland: Zerknirschter Kardinal kommt nicht an

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Irland: Zerknirschter Kardinal kommt nicht an

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Vor 35 Jahre half er mit, Kindesmissbrauch in irischen Diözesen zu vertuschen. Jetzt hat sich Kardinal Sean Brady entschuldigt. Er habe Fehler gemacht, so Brady, und er sei beschämt, nicht die Werte hochgehalten zu haben, an die er glaube. Kritikern ist dies nicht genug, ein ehemaliges Missbrauchsopfer beklagte, Bradys Aussagen seien Unsinn. Andere halten dagegen weiter zum Oberhaupt der irischen Katholiken. So sagte ein Kirchgänger nach der Entschuldigungs-Messe in Armagh, er sei sehr bewegt, denn man wisse, Kardinal Brady sei ein liebenswürdiger Mann und er wolle nicht darüber urteilen, was Brady tun oder lassen solle. Die Katholische Kirche sei in einer traurigen Lage, hoffentlich werde sich alles richten, es werde aber ein schmerzvolles Geschäft.
Morgen wird der Papst einen Hirtenbrief an die irischen Bischöfe im Missbrauchsskandal unterzeichnen. Ein Vorhaben, das ein weibliches Missbrauchsopfer laut Medienberichten als naiv bezeichnet. Man glaube, mit einem Brief sei die Sache erledigt, sagt sie. Ob der Papst auch auf die Missbrauchsfälle in Deutschland eingehen wird, ist unklar.