Eilmeldung

Eilmeldung

Benedikt bedauert Missbrauch

Sie lesen gerade:

Benedikt bedauert Missbrauch

Schriftgrösse Aa Aa

Papst Benedikt XVI. hat in seinem in Rom veröffentlichten Hirtenbrief den Missbrauch von Minderjährigen “aufrichtig bedauert”. An die irische Kirche gewandt drückte der Papst – so wörtlich – “im Namen der Kirche offen die Schande und die Reue aus, die wir alle fühlen”. Es werde manchmal schmerzhafte Hilfsmittel brauchen, um die Wunden zu heilen und die Kirche in Irland in einem langwierigen Prozess zu erneuern. Zu den Missbrauchsfällen in Deutschland äußerte sich Benedikt nicht. Das Oberhaupt der irischen katholischen Kirche, Kardinal Sean Brady, verlas den Brief während einer Messe im nordirischen Armagh. Der Papst beklagt darin Bewertungsfehler und Führungsschwächen. “Erkennt eure Schuld öffentlich an und unterwerft euch der Rechtsprechung”, heisst es in dem Hirtenbrief. Die Priester und Ordensleute, die Kinder in Irland missbraucht hätten, hätten das in sie gesetzte Vertrauen verraten. Benedikt kündigte konkrete Initiativen zum Umgang mit dem Skandal in Irland an. Die katholische Kirche in Irland war im vergangenen Jahr durch zwei Untersuchungsberichte schwer erschüttert worden. Sie hatten den jahrzehntelangen tausendfachen Missbrauch von Kindern unter dem Dach der Kirche dokumentiert. Auch Brady war deshalb in die Kritik geraten. Er soll bereits 1975 von Missbrauchsfällen gewusst, sie aber vertuscht haben. Einen Rücktritt lehnt Brady ab. Für ihn ist der Hirtenbrief ein zentraler Schritt auf dem Weg zu einer Erneuerung der Kirche, wie er sagte.