Eilmeldung

Eilmeldung

Gemischte Reaktionen auf Hirtenbrief des Papstes

Sie lesen gerade:

Gemischte Reaktionen auf Hirtenbrief des Papstes

Schriftgrösse Aa Aa

Der Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. zum sexuellen Missbrauch durch katholische Priester hat gemischte Reaktionen ausgelöst. In seinem am Samstag veröffentlichten Schreiben hatte der Papst den Missbrauch von Minderjährigen in Irland aufrichtig bedauert. Auf die Missbrauchsfälle in anderen Ländern war er dabei nicht eingegangen. Es sind Missbrauchsfälle in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich, Polen, Kanada und Australien bekannt geworden. Andrew Madden ist ein irisches Missbrauchsopfer.

“Der Papst hat die Rolle der katholischen Kirche bei der Vertuschung des sexuellen Missbrauchs von Kindern überhaupt nicht anerkannt. Er entschuldigt sich für den Missbrauch anderer Leute und bezieht sich auf die Vertuschungspraxis der Kirche nicht”, kritisierte er.

Das irische Kirchenoberhaupt, Kardinal Sean Brady, erklärte, er hoffe darauf, dass die Worte des Papstes zum Beginn einer Phase “der Wiedergeburt” in der irischen Kirche führten. Irische Opfervertreter beklagten jedoch, dass der Papst nicht auf ihre Forderung nach einem Rücktritt des Kardinals eingegangen ist, der an der Vertuschung von Missbrauchsfällen beteiligt gewesen sei.

Während der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch den Hirtenbrief auch als klare Botschaft an die deutsche Kirche wertete, kritisierte die deutsche “Initiative Kirche von unten”, der Hirtenbrief bleibe bei verbaler Betroffenheit stehen.