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Gedenken an das Massaker von Sharpeville

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Gedenken an das Massaker von Sharpeville

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Der internationale Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung ist ein großer Gedenktag im südafrikanischen Township Sharpeville. Vizepräsident Kgalema Motlanthe ist gekommen und beschwört die Würde und die Menschenrechte.

Heute vor fünfzig Jahren richtete die Polizei des weißen Apartheid-Regimes hier ein Massaker unter schwarzen Demonstranten an, die gegen die diskriminierenden Passgesetze protestierten. 69 Demonstranten wurden getötet, hunderte verletzt. Weltweit gab es einen empörten Aufschrei. Die südafrikanische Rassistenregierung verbot den ANC, die größte Organisation der Schwarzen. Doch das Massaker von Sharpeville sollte einen Wendepunkt darstellen: Von da an breitete sich der Aufstand unaufhaltsam aus, bis das Apartheidsystem zusammenbrach. Seit 1994 stellt der ANC in Südafrika die Regierung.

Am Gedenktag sagt Ma Phethane, eine Überlebende des Massakers:

“Wenn die Zeit vergeht, sage ich nur: Schlaft gut, wir werden immer an euch denken. Von nun an werden wir nie wieder weinen. Wir vergeben denen, die euch das angetan haben, aber wir werden nie vergessen.”

Die Hoffnung der Einwohner von Sharpeville auf ein besseres Leben hat sich freilich nicht erfüllt. Die Infrastruktur ist schlecht und die Arbeitslosigkeit hoch. In den vergangenen Wochen brannten hier Barrikaden.