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Irische Missbrauchsopfer: "Beten reicht nicht"

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Irische Missbrauchsopfer: "Beten reicht nicht"

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Die Oberhäupter der katholischen Kirche in Irland sind zufrieden mit dem Hirtenbrief des Papstes zum Missbrauchsskandal. Dieser weise den Weg zu einem Neuanfang, so der Chef der irischen Katholiken, Kardinal Sean Brady. Die Opfer sind da anderer Ansicht und zeigen sich enttäuscht von dem päpstlichen Brief. Die Taten zu verurteilen und zu beten reiche nicht aus, vielmehr seien strafrechtliche Konsequenzen nötig. Eine Entschuldigung sei lediglicher der Anfang, sagte eine Aktivistin, die selbst missbraucht worden war. Der Papst solle nach Irland kommen, die Opfer anhören und persönlich treffen; zusammen mit den Tätern in einem Aussöhnungsforum. Die kommenden Monate dürften für Irlands Kirche einige Entscheidungen und viel Aufruhr bringen. Der Papst hat angekündigt, hohe Vatikan-Vertreter auf die Insel zu schicken und den Skandal aufzuarbeiten. Von irischen Opferverbänden hiess es, der Papst hätte vor allem die Art und Weise verurteilen sollen, wie die Kirche den Missbrauch systematisch und über Jahre verdeckt gehalten habe. Auch sei der Pontifex zu wenig auf Konsequenzen und die Zukunft eingegangen und habe die Verantwortung des Vatikans verschwiegen.