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Papst fordert Nachsicht

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Papst fordert Nachsicht

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Bei seinem sonntäglichen Angelus ist Papst Benedikt XVI. nicht auf die Fälle sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester eingegangen. “Liebe Freunde, lasst uns von unserem Herrn Jesus Christus lernen, nicht zu urteilen und anderen gegenüber nachsichtig zu sein”, erklärte er.
In den Kirchen Irlands wurde heute der päpstliche Hirtenbrief zum Thema Missbrauch verlesen, in dem der Papst Scham über die Vorfälle ausdrückte – nicht zu aller Zufriedenheit.

“Ich finde nicht, dass er genug getan hat. Die älteren Kardinäle hier in Irland sind immer noch im Amt. Die haben das Problem unter den Teppich gekehrt”, sagte ein Kirchenbesucher.

“Dieser Brief kommt viel zu spät. Das alles ist für die irische Kirche schließlich nicht neu, das weiß man dort schon lange”, meinte ein Passant.

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat gegenüber dem Nachrichtenmagazin “Focus” eingeräumt, dass in der katholischen Kirche Fälle sexuellen Missbrauchs bewusst verschleiert wurden. Er bestritt allerdings, selbst an der Vertuschung beteiligt gewesen zu sein. Der “Spiegel” berichtet, dass Papst Benedikt in seiner Zeit als Münchner Erzbischof 1980 besser über den Fall eines aus Essen nach München versetzten Kinderschänders informiert war als bislang bekannt.