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Schwere Schlappe für Sarkozy

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Schwere Schlappe für Sarkozy

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In Frankreich hat das Regierungslager von Präsident Nicolas Sarkozy bei den Regionalwahlen eine deutliche Niederlage erlitten.

In der zweiten Runde bestätigte sich der Sieg des linken Wahlbündnisses aus Sozialisten und Grünen.

Sozialistenchefin Martine Aubry gab sich dennoch betont nüchtern:
“Wir nehmen den Sieg mit Verantwortungsbewusstsein an”, sagte sie. “Der Sieg der Linken ist auch ein Ausdruck der Ablehnung der Politik des Präsidenten und seiner Regierung. Ich glaube, dass dies die Quittung ist für eine ungerechte Politik, die zwar Steuergeschenke für die Priviligierten vorsieht aber nichts gegen die Arbeitslosigkeit unternimmt.”

Das linke Wahlbündnis aus Sozialisten und Grünen kam nach ersten Schätzungen landesweit auf etwa 54 Prozent der Stimmen. Sarkozys konservative Partei lag bei rund 36 Prozent, die rechtsextreme Partei Front National kam auf knapp neun Prozent.

Die Wahlbeteiligung lag mit 51 Prozent nur wenig höher als am vergangenen Sonntag.

Die Konservativen gestanden ihre Niederlage unumwunden ein. So sagte Premierminister François Fillon:

“Wir haben es nicht geschafft zu überzeugen. Ich übernehme einen Teil der Verantwortung und werde mit dem Präsidenten darüber reden”,- fügte er hinzu.

Politische Beobachter rechnen damit, dass er der Form halber seinen Rücktritt anbietet und das Kabinett anschließend begrenzt umbildet.

Von den beiden einzigen Regionen, die bislang in der Hand der Rechten waren, hat sich lediglich das Elsass gehalten. Korsika fällt an die Linken.

Fillon spielte zugleich die nationale Bedeutung der Wahl hinunter. Ein großes Land wie Frankreich könne man nicht nach dem Rhythmus von Regionalwahlen regieren, betonte er.

Die Abstimmung gilt letzter großer Stimmungstest im Land vor den Präsidentschaftswahlen in 2 Jahren.