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Sarkozy gibt neuer Regierung Rechtsdrall

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Sarkozy gibt neuer Regierung Rechtsdrall

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Nach der Schlappe bei den Regionalwahlen hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy der Regierung einen Rechtsdrall verpasst. So ernannte Sarkozy den 45-jährigen Francois Baroin zum neuen Haushaltsminister. Baroin ist ein politischer Ziehsohn von Jacques Chirac, dem Vorgänger von Sarkozy im Amt des Staatspräsidenten. Er steht für den rechten Flügel von Sarkozys UMP und hat noch nach der ersten Wahlrunde die Öffnung der Regierung für Linkspolitiker kritisiert. Baroin leugnet nicht, Ambitionen auf die Präsidentschaft zu hegen.

Entlassen wurde Arbeitsminister Xavier Darcos, der bei den Wahlen besonders schlecht abgeschnitten hat und wohl politisch nicht mehr in der Lage wäre, die Rentenreform durchzusetzen.

Mit der Bestellung von George Tron als Staatssekretär entzieht Sarkozy seinem Erzrivalen Dominique de Villepin einen wichtigen Verbündeten. De Villepin, der für das Scheitern der Rechten vor allem Sarkozy selbst verantwortlich macht, will am Donnerstag die Gründung einer neuen rechten Partei verkünden.

Laut einer Umfrage wünschen sich vierzig Prozent der Franzosen eine Pause bei den Reformen. Jeder zweite Französe möchte, dass der quirlige Sarkozy sich staatsmännischer verhält.
Bei den Regionalwahlen hatte Sarkozys konservative UMP die schlimmste Wahlschlappe seit 50 Jahren eingefahren. Das Bündnis von Sozialisten, Grünen und anderen Linken war in der zweiten Wahlrunde auf 54 Prozent gekommen – das beste Ergebnis seit drei Jahrzehnten.