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Wem gehört Jerusalem?

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Wem gehört Jerusalem?

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Zu Beginn seines USA-Besuchs betonte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der jüdischen Lobbygruppe AIPAC seine unnachgiebige Haltung im Streit um Jerusalem mit den Worten: “ Die Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und Jerusalem ist unbestreitbar.
Das jüdische Volk hat Jerusalem vor 3000 Jahren aufgebaut, und es baut es heute auf. Jerusalem ist keine Siedlung – es ist unsere Hauptstadt.”

Das ist die offizielle israelische Position.
Die beruft sich auf König David, der 1003 vor Christi Jerusalem zur Hauptstadt des Königreiches Israel machte.
In der Folgezeit wurde die Stadt 18 Mal erobert – 597 vor Christi von König Nebukadnezar, der die Juden in die Gefangenschaft führte.
Ab 691 nach Christi erichteten inzwischen hier lebende Moslems ihren Felsendom und die Al-Aqusa-Moschee.
Weitere 400 Jahre später kam der christliche Templerorden…
Und dann herrschten hier für Jahrhunderte die Stadthalter des Osmanischen Reiches. Als das Anfang des 20. Jahrhunderts zerfiel, wurde Palästina Mandatsgebiet – erst des Völkerbundes und dann der Vereinten Nationen.
1947 beschloß die Vollversammlung der Vereinten Nationen den Plan zur Gründung eines jüdischen und eines palästinensischen Staates auf dem Boden des britischen Mandatsgebietes.
Umgesetzt wurde von diesem Plan nur die Gründung des Staates Israel.

Jerusalem sollte unter internationale Verwaltung gestellt werden, regiert durch einen Treuhänderrat und einen Gouverneur.
Aber es kommt anders.
Israels arabische Nachbarstaaten überfallen den jungen Staat, verlieren aber den Krieg.
Israel erobert und besetzt auch West-Jerusalem.
Im Sechs-Tage-Krieg dringen israelische Truppen bis an die Klagemauer vor – Israel kontrolliert nunmehr die ganze Stadt.

13 Jahre später, im jahr 1980, heisst es in einem Gesetzestext, Jerusalem sei “die ewige und unteilbare Hauptstadt Israels”.

Das ruft den UN-Sicherheitsrat auf den Plan.
Der erklärt das Gesetz in seiner Resolution 478 für ungültig, bezeichnet es als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Der letzte Akt im Drama um Jerusalem heisst Ramat Shlomo. Hier im arabischen Ost-Teil von Jerusalem läßt Israel 1.600 Wohnungen für jüdische Siedler bauen – um vollendete Tatsachen zu schaffen.