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Die Pleiten des Mossad

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Die Pleiten des Mossad

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Ein Diplomaten wird ausgewiesen, weil er Geheimdienstagent sein soll? So etwas ist eigentlich keine Meldung – sondern alltägliches Spiel in den Beziehungen zwischen Staaten. Jeder weiß, dass der andere in seiner Botschaft auch Geheimdienstleute beschäftigt. Wird einer ausgewiesen – es muss gar nicht der richtige Geheimdienstmann sein – ist das ein politisches Zeichen für die Verschlechterung der Beziehungen.

Manchmal erwischt es allerdings auch die Richtigen.
Wie diese beiden Mossad-Leute, die in Neuseeland 2004 beim Diebstahl von Pässen in flagranti ertappt wurden. Passiert ist ihnen im fremden Land nicht viel – nach dem Urteil sechs Monate Gefängnis wegen Spionage – wurden sie nach Hause geschickt.

Der britische Journalist Godon Thomas gilt als Geheimdienstfachmann – Spezialität Mossad:
Er erklärte im euronews-Interview, der Mossad unterhalte eine Spezial-Truppe zum Pässe-Stehlen.
Die würde gezielt in Touristengebieten in Spanien oder Thailand agieren.

1998 hatten sich Mossad-Leute in der Schweiz beim Installieren von Abhöreinrichtungen in der Villa eines Libanesen erwischen lassen. Einer von ihnen wurde zu 12 Monaten auf Bewährung verurteilt – durfte also auch gleich nach dem Prozeß heimfahren.
Richtig Schaden nimmt in solchen Fällen vor allem der Ruf des betreffenden Geheimdienstes.

Der britische Mossad-Experte betonte im euronews-Interview auch, dass Mordaufträge des Mossad immer vom Regierungschef abgezeichnet werden. Der hieß 1997 Benjamin Netanjahu und musste zurücktreten, nachdem so eine Aktion fehlschlug. Damals sollte in der der jordanischen Hauptstadt Amman der dort lebende Auslandschef der Hamas vergiftet werden. Der Anschlag gelang zwar – aber dann fassten jordanische Sicherheitskräfte die Täter aus Israel. König Hussein verlangte von Israel nicht nur das Gegengift, um dem Hamas-Chef das Leben zu retten. Die ertappten Mossad-Leute ließ er austauschen gegen den in Israel im Gefängnis sitzenden Hamas-Gründer Scheich Jassein.
Und in Israel musste nach dem Ministerpräsidenten auch der Geheimdienstchef für die Panne nüßen und seinen Stuhl räumen.