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Angriffe auf Papst im Missbrauchsskandal

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Angriffe auf Papst im Missbrauchsskandal

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Papst Benedikt XVI. soll während seiner Amtszeit als Kurienkardinal nicht gegen einen amerikanischen Priester vorgegangen sein, der mehr als 200 taube Kinder sexuell belästigt hat. Dies berichtet die New York Times. 1996 habe der Vertreter von Kardinal Ratzinger, Kardinal Tarcisio Bertone, nach einer Eingabe des Geistlichen den Prozeß vor einem Kirchengericht eingestellt. Kardinal Bertone ist nun als Kardinalstaatssekretär der Regierungschef des Vatikanstaates.

In einem Schreiben an die New York Times erklärte der Sprecher des Vatikan, Frederico Lombardi, es handele sich um einen “tragischen Fall”, der erst “Jahre nachdem die Justitzbehörden ihre Ermittlungen eingestellt” hätten, an den Vatikan weitergeleitet worden sei. Reaktionen wie diese, sorgen bei vielen für Verärgerung und stärken die Auffassung, die katholische Kirche tue nicht genug.

Nach Recherchen italienischer Zeitungen wurde in den vergangenen 10 Jahren in rund 3000 Fällen sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester der Vatikan eingeschaltet. In nur 20 % der Fälle kam es zu einem kircheninternen Gerichtsverfahren. Nur ein geringer Teil der Angeklagten wurde aus dem Priesterstand entlassen. In der überwältigenden Mehrheit aller Fälle wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt, wie zum Beispiel das Verbot, die Messe zu lesen.