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Vorwurf aus den USA gegen heutigen Papst

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Vorwurf aus den USA gegen heutigen Papst

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Sie sind zu viert, aber sie stehen für viele andere: Aus den USA sind sie nach Rom gekommen, und hier
vor dem Petersdom protestieren sie dagegen, wie die katholische Kirche mit vielen Fällen von Kindesmissbrauch umgegangen ist.

In einem jetzt bekanntgewordenen Fall aus den USA
richtet sich ein Vorwurf auch an den heutigen Papst.
“Wir wollen, dass er diese Mauer des Schweigens einreißt, die in unserer Kirche soviel Schaden zugefügt hat”, sagt Peter Isely vom Opferverband SNAP und selbst ein Missbrauchsopfer; “und er soll die Akten öffnen, damit wir genau sehen, wie er mit
diesen Fällen umgegangen ist.”

Die New York Times hat Dokumente vorgelegt, nach denen der Papst – damals noch Kardinal Joseph Ratzinger und als Leiter der Glaubenskongregation der zuständige Mann in Rom – nichts unternommen haben soll in einem Fall, der ihm bekannt wurde.

Dabei ging es um Lawrence Murphy – einen Pfarrer, der eine Schule für Gehörlose leitete und sich dort bis 1974 an rund zweihundert Jungen vergangen haben soll. Als Vorwürfe gegen ihn laut wurden, wurde er versetzt.

Viele Jahre später, 1996, schrieb Murphys damaliger Erzbischof an Ratzinger wegen seiner Bedenken, bekam aber keine Antwort. Ratzingers Stellvertreter ordnete ein internes Verfahren an, das jedoch nach einem Gnadengesuch eingestellt wurde. Murphy starb wenig später. Polizei oder Behörden wurden damals nicht informiert – was die Opfer der Kirche heute besonders vorwerfen.