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Allawi gewinnt Irak-Wahl vor Maliki

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Allawi gewinnt Irak-Wahl vor Maliki

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Knapp drei Wochen nach der Parlamentswahl im Irak
steht das Ergebnis fest: Gewonnen hat das Bündnis des ehemaligen Regierungschefs Ijad Allawi, vor dem von Amtsinhaber Nuri al-Maliki. Der Ausgang, den die Wahlkommission jetzt verkündete, ist
allerdings so knapp wie es erwartet worden war: 91 Abgeordnetensitze zu 89, in einem Parlament mit insgesamt 325 Sitzen.

Anhänger Malikis verlangten kurz vor der Bekanntgabe der Wahlergebnisse erneut eine zweite Auszählung. Dazu wollen sie auch vor das Verfassungsgericht ziehen. Die Wahlkommission hatte ihre Forderung letzte Woche abgelehnt.

Die UNO hat die Wahl aber als glaubwürdig und als Erfolg eingestuft. Sie rief die Bewerber dazu auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren.

Das Verfassungsgericht muss sich möglicherweise sowieso noch mit dem Wahlergebnis beschäftigen: Denn die irakische Verfassung lässt einiges offen, wenn es um die Regierungsbildung geht.

Unklar ist, ob das Bündnis mit den insgesamt meisten Stimmen die Regierung stellt – oder der größte Parteienblock im Parlament. Die Sitze der Abgeordneten werden nicht nach der landesweiten Stimmenzahl vergeben, sondern nach den Einzelergebnissen aus den achtzehn Provinzen.

Bei dem sehr knappen Wahlausgang könnte es wie schon bei der letzten Wahl mehrere Monate dauern, bis der Irak wieder eine Regierung hat. Damals brach außerdem eine Welle der Gewalt aus. Auch in den letzten Wochen kam es wiederholt zu Anschlägen in verschiedenen Gegenden des Irak.

Auch heute, kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse, ereignete sich noch ein Anschlag. Ziel war ein Markt in Chalis in der Provinz Dijala, nördlich
der Hauptstadt Bagdad. Dort explodierten zwei Sprengsätze; mehr als vierzig Menschen wurden nach bisherigen Angaben getötet.