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Italien vor den Regionalwahlen

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Italien vor den Regionalwahlen

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“Glücklicherweise haben wir Silvio…..” – so besingen die Seinen im Wahlkampf ihr Idol Berlusconi. Ob das allerdings reichen wird, um wirklich genug Wähler für die Partei mit dem vielversprechenden Namen “Popolo della Libertá” – “Volk der Freiheit” – an die Urnen zu locken?

Professor Ilvo Diamanti von der Universität Urbino meint, am meisten sorge sich der Regierungschef um die Wahlbeteiligung – sein zweites Problem seien die Verbündeten von der Lega Nord, die womöglich in zwei Regionen die Berlusconi-Partei abhängen könnten. Außerdem habe er – wie immer – Ärger mit der Justiz und neuerdings auch mit Medienleuten.

Weil laut Gesetz alle Parteien im Wahlkampf den gleichen Zugang zu den Medien haben müssen, für Debatten mit allen Parteichef aber die Zeit nicht reiche, hieß es bei der staatlichen RAI – gar keine Debatte. Woraufhin der prominente Politik-Journalist Michele Santoro die Debatte kurzerhand auf die Straße verlegte. Übertragen im Internet und von kleinen Lokalsendern. Das Wählerinteresse war riesig.

“Dies ist ein Land, in dem die Parteien wenig in der Gesellschaft präsent sind – dafür um so mehr in den Medien”, betont der Wissenschaftler.
Also sei entscheidend, wer die Medien kontrolliere.
“ Ist das ein Problem für die Freiheit”, fragt er rhetorisch und antwortet ganz klar:
“Ja, und auch für die Rolle der Politik und politischen Parteien.”
Zur Analyse dieses Wissenschaftlers gehört auch die Feststellung, dass die Sprache politischer Auseinandersetzungen mehr und mehr auf stark vereinfachende Losungen reduziert werde.
Er konstatiert dabei eine Spirale der Gewalt – glücklicherweise überwiegend verbal – aber nicht nur. Politik gemacht werde zunehmend mit Marketingmethoden, wie bei einem Wettbewerb darum, wer sein Produkt am besten verkaufen könne, wie bei einem Wettbewerb der Marktschreier.
Es gehe immer weniger darum, worin sich diese politischen Produkte voneinander unterscheiden.
Es gehe immer mehr um den reinen Verkaufswettbewerb von immer ähnlicher werdenden Produkten.