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Neue Vorwüfe gegen Papst in Missbrauchsskandal

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Neue Vorwüfe gegen Papst in Missbrauchsskandal

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Die New York Times erhebt am Freitag neue Vorwürfe gegen den Papst. Benedikt XVI. sei als Erzbischof von München und Freising stärker in den Fall des pädophilen Pfarrers aus Essen verwickelt gewesen, als von der Erzdiözese bislang eingestanden. Der Zeitung lägen entsprechende Aktenvermerke vor. Der Vatikan wies die Anschuldigung unverzüglich zurück, Vatikankenner raten ihm aber angesichts der sich häufenden Vorwürfe zu radikalen Maßnahmen.

“Die meisten Opfergruppen haben totale Transparenz gefordert. Nicht nur Opfer, sondern auch Theologen gerade in den USA und Deutschland. Sie sagen, macht jetzt reinen Tisch, sonst kommt alles tröpfchenweise heraus, und das ist qäulend für alle”, findet der Reuters-Korrespondent im Vatikan, Philip Pullella.

Katholische Medien sind empört. Fakten würden “tendenziös” und zu Ungunsten der Kirche ausgelegt. Der Osservatore Romano attestiert Benedikt XVI. “Transpartenz, Deutlichkeit und Strenge im Umgang mit den Missbrauchsfällen”. Opferanwalt Jeff Anderson widerspricht: “Wir trauen nicht einem einzigen Katholiken oder der klerikalen Kultur, dieses Problem zu lösen. Sie haben sich immer nur selbst geschützt. Alle Wege im dem Skandal und die Vertuschung führen nach Rom”.

Gestern hatte die NYT gemeldet, der Papst habe zu seiner Zeit als Kurienkardinal keine Kirchenstrafe gegen einen amerikanischen Priester verhängt, der mehr als zwanzig Jahre zuvor taube Schüler sexuell missbraucht hatte.