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Blutige Selbstmordanschläge in Moskau

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Blutige Selbstmordanschläge in Moskau

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In Moskau sind bei zwei Selbstmordanschlägen in der U-Bahn über 30 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Die Attentäter sprengten sich mitten im Berufsverkehr mit voll besetzten Metro-Waggons in die Luft. Beim ersten Anschlag an der Station “Ljubjanka” wurden mindestens 23 Menschen getötet. Direkt überhalb befindet sich der Sitz des russischen Geheimdienstes FSB. Bei der zweiten Explosion, nur wenige Minuten, an der Haltestelle “Park Kultury”, habe es 14 Opfer gegeben, hieß es.

Der Moskauer Bürgermeister, Juri Luschkow, erklärte am “Park Kultury”, dass es bei den Attentätern um Frauen gehandelt habe. Er könne nicht sagen, so Luschkow weiter, ob sich die Anschläge in den Waggons oder auf dem Bahnsteig ereignet haben. “Aber ich kann Ihnen versichern, dass die Bomben explodiert sind, als die U-Bahn sich dem Bahnsteig näherte – damit die Zahl der Opfer so hoch wie möglich ist.”

Insgesamt wurden über 25 weiter Menschen verletzt. Mehrere U-Bahn-Linien wurden vorläufig aus dem Betrieb genommen. Ersatzbusse wurden eingesetzt, doch herrscht in der russischen Hauptstadt zur Zeit ein Verkehrschaos, denn normalerweise benutzen jeden Morgen bis zu 8 Millionen Menschen die U-Bahn.

Es waren die ersten Anschläge in der Moskauer Metro seit sechs Jahren. Zuletzt sprengte sich 2004 ein Selbstmordattentäter in der Metro in die Luft und riss 40 Fahrgäste mit in den Tod. Damals hatte sich ein Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus in die Luft gesprengt.

Experten in Moskau vermuten, dass auch diesmal Islamistischen aus der Region die Anschläge organisiert haben; und zwar als Racheakt, denn russische Einheiten hatten im Nordkaukakus – zu dem auch Tschetschenien gehört – zuletzt Dutzende Rebellen getötet.