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Geschichte der Moskauer Metro

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Geschichte der Moskauer Metro

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Die Metro ist das wichtigste Nahverkehrsmittel in der russischen Hauptstadt. Täglich nutzen bis zu 9 Millionen Fahrgäste das rund 180 Kilometer lange Schienennetz. Anders als die U-Bahnhöfe in anderen Großstädten glänzen jene der Moskauer Metro durch kunstvolle Architektur und kostbare Materialien. “Mehr als alle Theater und Paläste wird die Metro unseren Geist anregen und erhellen”, hieß es in den 30er Jahren. Auf dem Weg von und zur Arbeit sollten die Werktätigen ästhetisch gebildet werden, um dem Ideal des “neuen kommunistischen Menschen “ zu entsprechen.

Kremlchef Stalin persönlich ließ sich regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten informieren.
Als 1934 absehbar, dass nur mit menschlicher Arbeitskraft und Begeisterung der ehrgeizige Zeitplan nicht zu halten war, genehmigte er den Ankauf einer englischen Tunnelvortriebsmaschine.
Im Juni 1941 überfiel Hitlerdeutschland die Sowjetunion – und die tiefen Metroschächte wurden zu Luftschutzbunkern. Auch einige Dienststellen der Regierung und des Armeestabes wurden unter die Erde verlegt.

Gleich nach dem Krieg wurde das Metronetz erweitert.
Vom ersten Attentat im Januar 1977 gibt es keine Bilder. Drei armenische Seperatisten töteten dabei in einem Zug der Linie 3 sieben Menschen.
1996 wurde auf der Linie 9 vier Fahrgäste getötet.
Der Anschlag wurde tschetschenischen Seperatisten zugeschrieben – aber nie aufgeklärt.

Im Februar 2004 zündete erstmals ein Selbstmordattentäter seine Bombe in der Metro.
Der Tschetschene rieß fast 40 Menschen mit in den Tod. Er hatte sich im morgendlichen Berufsverkehr in den zweiten Wagen der zu dieser Zeit immer vollbesetzten Linie 2 gesetzt.

Nach diesem Anschlag wurden an den Eingängen zu den Metro-Stationen Videokameras installiert.
Eine flächendeckende Videoüberwachung auf den Bhnhöfen, wie in der Londoner U-Bahn, gibt es bisher in Moskau nicht