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Mongolische Nomaden fürchten um ihr Überleben

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Mongolische Nomaden fürchten um ihr Überleben

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Es war der härteste Winter seit langem mit Temperaturen um Minus 40 Grad in den Steppen der Mongolei, jetzt fürchtet die nomadische Bevölkerung der Region um ihr Überleben. Erst der trockene Sommer, dann der Winter – ein Großteil des Viehbestandes ist verendet, den Menschen fehlt die Lebensgrundlage.

Rund drei Millionen Nomaden gibt es in der Mongolei, 4,5 Millionen Tiere sind, viele Familien haben sich verschuldet, um Vieh zu kaufen und von den Herden und ihren Produkten – Wolle, Fleisch und Leder – zumindest einigermaßen leben zu können. Vielen ist nichts geblieben. Francis Markus arbeitet für die Delegation des Roten Kreuzes und Halbmonds in Ostasien.

Er sagt, tausende Familien, zumeist die Ärmsten der Armen der ohnehin gefährdeten Hirtenfamilien, hätten ihren Tierbestand verloren und fänden sich nun in einer äußerst verzweifelten Situation wieder. Die Konsequenz: Immer mehr Familien finden sich in den Slums am Stadtrand der Hauptstadt Ulaanbaater wieder.

Das Rote Kreuz und seine muslimische Schwesterorganisation, der Rote Halbmond, organisieren Lebensmittelhilfe und medizinische Versorgung, nur das Nötigste. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung verdienen einen Teil ihres Lebensunterhaltes mit der Viehaltung, 35 Prozent sind ganz davon abhängig. Jetzt muss die Regierung einspringen, doch auch der fehlt das Geld dafür, die bedrohten Traditionen der Nomaden am Leben zu erhalten.