Eilmeldung

Eilmeldung

Lega Nord vom Separatismus zum Föderalismus

Sie lesen gerade:

Lega Nord vom Separatismus zum Föderalismus

Schriftgrösse Aa Aa

Anhänger der Lega sehen den wohlhabenden Norden als Gefangenen im italienischen Zentralstaat. Sie träumen von einem Nord-Staat “Padanien” in der Po-Ebene und angrenzenden Gebieten. Als Quasi-Nationalhymne singen sie den Gefangenenchor aus Verdis Oper Nabucco.

Die Ursprünge der Lega Nord reichen dreißig Jahre zurück. Damals entstand eine Lega in Venetien – und eine zweite in der Lombardei. Der Gründer der Lega Lombarda, Umberto Bossi, wurde dann auch erster Gesamt-Vorsitzender nach der Fusion zur Lega Nord Anfang der Neunziger Jahre.

Vertrat die Lega zeitweise offen separatistische Position für ein unabhängiges “Padanien”, so gibt sie sich heutzutage föderalistisch, verlangt mehr Rechte für die Regionen, vor allem das Recht, Steuern einzubehalten. Mit anderen Worten: Der reiche Norden soll den armen Süden nicht mehr alimentieren müssen. Zur Umsetzung ihrer Forderungen verfügt die Lega Nord mit dem Wirtschaftsministerium über ein Schlüsselressort.

Eine andere Hauptforderung ist die Abwehr der Einwanderung – von außerhalb der EU. Und auch hier hat die Lega in Rom das zuständige Ministerium in der Hand: das Innenministerium.

Ministerpräsident Berlusconi hatte es vor der Wahl für ausgeschlossen erklärt, dass die Lega Nord stärkste Einzelpartei seiner Koalition wird. Doch in den größten Regionen des Nordens ist dies nun geschehen, und damit hat die Lega Nord in der Koalition mehr Kraft denn je, ihre Forderungen durchzusetzen.