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Moskau trägt Schwarz

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Russland unter Schock: Nach den blutigen Doppel-Anschlägen in der Moskauer U-Bahn haben am Abend zahlreiche Menschen der 39 Opfer gedacht. Heute wird in ganz Russland ein Trauertag abgehalten. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, als sich zwei Selbstmordattentätterinnen am Montagmorgen mitten im Berufsverkehr in die Luft sprengten.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew legte am Abend in einem der betroffenen U-Bahnhöfe Blumen nieder. Zuvor hatte er versichert, er werde den harten Kurs seiner Regierung gegen Terroristen fortsetzen. Das bekräftigte auch Ministerpräsident Wladimir Putin, der einen Aufenthalt in Sibirien abbrach und in die Hauptstadt zurückkehrte. Er besuchte einige Verletzte in einem Moskauer Krankenhaus.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB machte islamistische Rebellen aus dem Nordkaukasus für die Anschläge verantwortlich. Die erste Explosion ereignete sich an der Haltestelle Lubjanka, die gegenüber des FSB liegt. Von dort werden die Aktionen gegen die Rebellen in der Konfliktregion geplant. Minuten später explodierte die zweite Bombe an der U-Bahn-Station Park Kultury. Die Sprengkörper wurden vermutlich mit einem Telefonanruf ferngezündet. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden im ganzen Land verschärft. Mit Hochdruck wird nach drei Begleitern der Attentäterin gefahndet.

Zuletzt hatte sich 2004 eine Selbstmordattentätterin in der Moskauer U-Bahn in die Luft gesprengt und 41 Menschen mit in den Tod gerissen. Danach hatte es immer wieder schwere Anschläge in den Unruheprovinzen Inguschetien, Dagestan und Tschetschenien gegeben.

Die Anschläge lösten weltweit Entsetzen aus. Die EU, die NATO und die USA verurteilten die Attentate.