Eilmeldung

Eilmeldung

Trauer und Wut

Sie lesen gerade:

Trauer und Wut

Schriftgrösse Aa Aa

Nach den tödlichen Anschlägen in der Moskauer U-Bahn trauern die Bürger der Stadt weiter um ihre Hinterbliebenen. In den Stationen Lubjanka und Kultury Park versammelten sie sich, um Blumen niederzulegen. Am Montagmorgen hatten hier zwei Selbstmordattentäterinnen innerhalb einer Stunde 39 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt.

“Die Attentäter wollten Angst unter uns schüren,” so ein Moskauer in der U-Bahn,” sie wollten uns destabilisieren und in Panik versetzen. Aber wie Sie sehen: Die haben sich verrechnet.”

In Russland ist heute Trauertag, Radio und Fernsehen verzichten auf Unterhaltungssendungen. Die orthodoxe Kirche organisiert Trauergottesdienste.

Den schwersten Gang allerdings müssen die Hinterbliebenen der Opfer antreten, die ihre Angehörigen identifizieren müssen. Viele Angehörige sind nach dem schlimmsten Terroranschlag seit sechs Jahren in Russland erschüttert.

“Ich bekomme mein Kind nicht mehr zurück”,so eine Frau.“Und was tun die Behörden? Es vergeht Zeit, und das selbe passiert einfach wieder.”

Und einer fordert:“Wir müsssen diesen Abschaum wegwischen. Nicht nur bei uns, überall auf der Welt.”

Die Moskauer Behörden haben eine psychologische Notrufnummer eingerichtet. Dort haben sich innerhalb weniger Stunden Hunderte gemeldet – oft Menschen, die jetzt Angst vor der U-Bahn haben.