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Wissenschaftler zu Wahlausgang in Italien

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Wissenschaftler zu Wahlausgang in Italien

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Es blieben noch mehr Wähler zuhause als bei den letzten Regionalwahlen vor 5 Jahren.
Nach diesem Urnengang, den Regierungschef Silvio Berlusconi zu einer Art Referendum über seine Person hochstilisiert hatte, steht er mit seiner Partei “Volk der Freiheit” der linken Opposition gegenüber besser da als zuvor.
Pierluigi Bersani, der die “Demokratische Partei” erst seit Oktober 2009 führt, muss hinnehmen, dass die Linke vier Regionen verliert.
So ein Ergebnis sei in Hinblick auf die Struktur der Nichtwähler neu in Italien, urteilt der Wissenschaftler Raffaele De Mucci. Er beobachtet seit einigen Jahren einen bestimmten Typ von Wählern des rechten Lagers, die rechts wählen – oder gar nicht.
Diesmal aber habe sich da offensichtlich etwas geändert, daher sei nicht mehr klar zu beschreiben, wem die Nichtwähler fehlen.

Für die Regierung Berlusconi ist deshalb knapp vor der Halbzeit ihrer Legislaturperiode das Abschneiden des eigenen Bündnispartners viel wichtiger als jenes der Opposition. Die rechts-populistische “Lega Nord” hat stark zugelegt, da wird Regierungschef Berlusconi bestimmt nicht am Sessel von Giulio Tremonti sägen.
Der parteilose Wirtschaftsminister steht der “Lega Nord” nahe. Dieses Wahlergebnis kann Tremonti durchaus als Bestätigung für seine Haushaltsführung betrachten.

Der Wissenschaftler beobachtet eine interne Umverteilung der Kräfte innerhalb des Regierungslagers. Die “Lega Nord” sei vor allem im Norden des Landes gegenüber der Berlusconi-Partei zu einem stärkeren Partner geworden.
Sehr viel geringer, geringer als erwartet, seinen die Veränderungen im Verhältnis zum Mitte-Links-Bündnis “Italia dei valori” .

Die wichtigste Lehre dieser Wahl lautet wohl: die Italiener wählen keine linke Opposition, die nur sagt wogegen sie ist, aber keine Alternative zu bieten hat.