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Geberkonferenz für Haiti in New York

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Geberkonferenz für Haiti in New York

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Knapp drei Monate nach dem Erdbeben in Haiti soll eine internationale Geberkonferenz in New York bis zu vier Milliarden Dollar, knapp drei Milliarden Euro, für den Wiederaufbau zusammenbringen. Vor der Konferenz warnten die Vereinten Nationen, dass die weltweiten Spenden stagnierten.

Etliche Haitianer fürchten ihrerseits, durch die Hilfe noch abhängiger zu werden: “Haiti bleibt unabhängig”, bekräftigt ein Buchhändler. “Ihr helft uns, das ist wahr. Ich schätze das sehr hoch ein, aber versucht, uns mit dem Ziel zu helfen, dass wir selbst die Kontrolle über uns übernehmen, und nicht, dass Ihr die Kontrolle über unser Land übernehmt. Das wäre nichts.”

Bei dem Erdbeben waren mindestens 220.000 Menschen ums Leben gekommen, über eine Million wurde obdachlos. Die Schäden in Höhe von acht bis 14 Milliarden Dollar übersteigen bei weitem das Bruttoinlandsprodukt.

In der Hauptstadt, in der sich 65 Prozent des wirtschaftlichen Lebens konzentriert, sind gut 300.000 Häuser zerstört oder beschädigt, 1.300 Schulen und 50 Krankenhäuser stürzten ein.

“Sie wollen keine Wohltaten. Sie warten nicht einfach darauf, dass die Konferenz in New York ihnen viel Geld gibt. Sie sind bereit, selbst voranzukommen und etwas Positives draus zu machen”, erklärt ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Oxfam.

Die Geber hoffen, dass der Wiederaufbau im Armenhaus der Welt die Chance bietet, die Dinge zu verbessern – unter anderem dadurch, dass die wirtschafliche Aktivität des Landes dezentralisiert wird.