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Piebalgs: Geld für Haiti kommt in richtigen Taschen an

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Piebalgs: Geld für Haiti kommt in richtigen Taschen an

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euronews: “Herr Piebalgs, EU-Kommissar für Entwicklung, wie wird aus der kurzfristigen Katastrophenhilfe für Haiti Hilfe für den langfristigen Wiederaufbau – und zwar nicht nur, was die finanziellen Versprechen betrifft…”

Andris Piebalgs: “So, wie wir es bereits vor Ort machen: Wir unterstützen die haitianische Regierung, wir kümmern uns auch um den Wiederaufbau der dringend benötigten Infrastruktur und wir unterstützen das Bildungswesen. Das ist ein fortlaufender Prozess. Was wirklich wichtig ist, sind finanzielle Zusicherungen. Und wir haben ein haitianisches Programm für Wiederaufbau. Also versuchen wir, Geld und Programme miteinander zu verbinden.”

euronews: “Wie stufen Sie das Korruptionsrisiko ein? Welche Garantien gibt es, dass die Mittel, die von den Europäern oder anderen gespendet werden, in die richtigen Taschen wandern? Ist das Glückssache?”

Andris Piebalgs: “Nein, es ist keine Glückssache, denn wir haben ganz klar unsere Erfahrungen, wie wir in diesen Situationen vorgehen. Wir haben unsere Methoden. Ich könnte nie auch nur irgendeine Ausgabe autorisieren, wenn ich nicht vorher einwandfrei festgestellt hätte, dass das Geld auch für diesen Zweck verwendet wird. Ich glaube, europäische Steuerzahler können beruhigt sein: Das Geld wird genau dort eingesetzt, wo es eingesetzt werden sollte. Die Situation hat Haiti also politisch verändert. Es geht nicht nur um einige Regierungsbehörden – ganz Haiti ist involviert.”

euronews: “Sie sind also zufrieden mit den Leistungen der haitianischen Regierung?

Andris Piebalgs: “Ja. Nach dem Erdbeben hat sie eine hervorragende Arbeit geleistet.”

euronews: “Die Europäische Union ist der großzügigste Geber in der Entwicklungshilfe. Was bekommt sie dafür zurück – mal abgesehen vom Status einer “Super-Geber-Macht”?”

Andris Piebalgs: “Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass die Welt eine globale Führung braucht. Eine globale Führung, das bedeutet vor allem, dass es keine Armut gibt. Die Menschen müssen der Armut in ihren Ländern entkommen. Deswegen glaube ich, dass wir mit Entwicklungshilfe eine bessere Welt schaffen – für unsere Bürger, für uns, für unsere Kinder und die nächsten Generationen. Außerdem denke ich, dass es wichtig ist, in einer globalisierten Welt auf Werte zu bestehen. Auf Werte kann man bestehen, wenn man Gewicht hat. Mit unserer Entwicklungshilfe haben wir Gewicht in der Welt. In dieser Welt hat unsere Stimme Gewicht. Und wir denken, dass unsere Werte und ihre universelle Anwendung diese Welt besser und sicherer machen – auch für uns.”