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Serbien entschuldigt sich für Verbrechen in Srebrenica

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Serbien entschuldigt sich für Verbrechen in Srebrenica

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Serbiens Parlament hat sich für das Massaker an rund 8.000 Muslimen in Srebrenica 1995 entschuldigt. Allerdings mit knapper Mehrheit und in einem Wortlaut, der das Wort “Völkermord” vermeidet.

Dies stieß bei Angehörigen der Opfer auf Kritik. Im Ausland wurde die Entschuldigung des Parlaments als erster Schritt zur Aufarbeitung der Vergangenheit positiv bewertet. Die serbische Öffentlichkeit ist gespalten, viele tun sich schwer mit der Vergangenheitsbewältigung und halten die eigenen Opfer entgegen.

Präsident Boris Tadic beschwor jedoch seine Landsleute: “Diejenigen, die nicht bereit sind, solch eine Erklärung anzunehmen, solch einen politischen Akt, die bringen ihr eigenes Volk noch mehr in Misskredit. Ich denke, dass die Erklärung größten Patriotismus zeigt, und sie vergegenwärtigt unseren Respekt gegenüber einem anderen Volk und seinen Opfern. Sie ist auch ein Beweis, dass unser Volk und unsere Kultur untrennbare Bestandteile der europäischen Kultur und der europäischen Zivilisation sind.”

Einige der Verantwortlichen für das Massaker in Ostbosnien wurden inzwischen vor Gericht zur Rechenschaft gezogen und sitzen Haftstrafen ab. Andere, wie der mutmaßliche Hauptanführer Ratko Mladic, sind auch 15 Jahre später noch auf freiem Fuß.