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Volkes Stimme zur Srebreniza-Resolution des Belgrader Parlaments

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Volkes Stimme zur Srebreniza-Resolution des Belgrader Parlaments

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Es geht um das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Um den Mord an mehr als 8.000 bosnisch-muslimischen Männern und Jugendlichen im Juli 1995 in Srebreniza.
Diese Bilder stammen aus der Beweisaufnahme vor dem Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien.

Dort wartet man immer noch vergeblich auf den serbischen General Radko Mladic. Er gilt als der Hauptverantwortliche an diesem Massaker.

Auch diese Bilder liegen dem Gerichtshof vor – Ankunft von Überlebenden in der Stadt Tuzla nach sechstägigem Marsch. Der junge Mann im weißen T-shirt heisst Ilijaz Pilav. Heute arbeitet er als Chirung in Sarajevo. Für ihn ist ein serbisches Schuldbekenntnis ohne das Wort “Völkermord” sinnlos, er betrachtet es sogar als weitere Verunglimpfung der Opfer, der Toten wie der Lebenden.
Die Frauen hier nennen ihre Gruppe “Mütter von Srebreniza”. Jede von ihnen hat vor 15 Jahren wenigstens einen Angehörigen verloren.

Cada Hotic trauert um Ehemann und Sohn.
Sie nimmt es positiv auf, dass nach all den Jahren nun offiziell im serbischen Parlament darüber gesprochen wird. Sie sagt:” Wir haben so viele Jahre darauf gewartet, dass die Serben in irgend einer Form zu ihrer Verantwortung stehen.”

Die Richter des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag haben bereits 2007 das Massaker von Srebreniza klar als “Völkermord” eingeordnet.
Der IGH ist als Organ der Vereinten Nationen für Streitigkeiten zwischen Staaten zuständig.
Er kann nur tätig werden, wenn beide Streitparteien dem zustimmen. In sofern ist es schon ein Erfolg, dass der Streit zwischen Bosnien-Herzegowina und Serbien überhaupt hier behandelt wurde.

Bei den bosnischen Serben in Pale, die heute Staatsbürger von Bosnien-Herzegowina sind, stößt die Belgrader Erklärung auch ohne das Wort “Völkermord” auf Ablehnung.
Pipovic Milomir aus Pale findet, es sei dafür noch zu früh und er möchte keinen Unterschied machen zwischen serbischen und muslimischen Opfern dieses Krieges.

Hört man also Volkes Stimme auf der einen und auf der anderen Seite, erkennt man schnell – diese Erklärung aus Belgrad kann nur ein allererster Schritt sein auf einem langen Weg zur Bewältigung der gemeinsamen Vergangenheit.

Das Massaker von Srebrenica ist das schwerste
Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.dass er von Mladic nie Rechenschaft über das Schicksal der in
Srebrenica versammelten muslimischen Flüchtlinge verlangte. “Ehrlich
gesagt, wir haben nicht einmal daran gedacht, ihn zu fragen”, gab
Karremans zu Protokoll

Serbien hatte sich bisher geweigert, einer Verurteilung des vom
Internationalen Gerichtshof (IGH) als Völkermord klassifizierten
Verbrechens zuzustimmen