Eilmeldung

Eilmeldung

X-Woman gibt Forschern Rätsel auf

Sie lesen gerade:

X-Woman gibt Forschern Rätsel auf

Schriftgrösse Aa Aa

Ein Forscherteam des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie hat eine neue Menschenart entdeckt. Die genetische Analyse eines Fingerkochens, gefunden in einer Höhle im Altaigebirge in Sibirien, ergab dass das Fossil einer bisher unbekannten Menschenform gehört, die vor mehr als 30.000 Jahren lebte – zeitgleich also mit dem Neandertaler und dem modernen Menschen.

Svante Paabo und sein Team haben den Fund untersucht: “Wir haben anhand von 30 mg des Fingerknochens das Erbgut entschlüsselt und so erfahren, dass es vor rund 40.000 Jahren in Sibirien eine Menschenart gab, von der wir nichts wussten und die weder mit dem Neandertaler noch mit dem uns verwandt ist.”

Die neue Menschenart ist vorläufig nach dem Fundort Denisova benannt, Spitzname X-Woman. Der gemeinsame Vorfahre der X-Woman, des Homo sapiens und des Neandertalers lebte vor mehr als einer Million Jahren.

Für Lars Werdelin, den Kurator des schwedischen Naturkundemuseums, stellt die neue Entdeckung das alte Wissen nicht in Frage: “Ich glaube, dass sie mit den bestehenden Theorien zusammenpasst, wenn man davon ausgeht, dass die ältere Spezies länger lebte und das ist nicht unwahrscheinlich. Wir wissen, dass vor rund 30.000 Jahren der Homo erectus in Südostasien lebte.”

Svante Paabo hofft mehr erfahren zu können, über die damalige Erdbevölkerung: “Wir werden uns ein besseres Bild machen können von der Menschenart, die vor der letzten Eiszeit lebte und wie sie mit uns verwandt ist.”