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Moskau trägt die U-Bahn-Toten zu Grabe

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Moskau trägt die U-Bahn-Toten zu Grabe

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In Moskau werden am Donnerstag die meisten der 39 Menschen beigesetzt, die bei dem Anschlag auf die U-Bahn getötet worden waren. Die ersten Beerdigungen fanden bereits am Mittwoch statt. Für jede Beisetzung stellt die Stadtverwaltung umgerechnet knapp 1000 Euro bereit. In einer im Internet verbreiteten Videobotschaft bekannte sich der tschetschenische Extremistenführer Doku Umarow zu den Anschlägen. Sie seinen die Rache für den “gnadenlosen Mord der FSB-Banditen” an tschetschenischen und inguschetischen Zivilisten.

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin drohte allen Extremisten: “Für uns ist es nicht wichtig, in welchem Landesteil solche Verbrechen verübt werden. Es ist auch nicht wichtig, welcher Volksgruppe die Opfer angehören, für uns ist das ein Verbrechen gegen Russland”, erklärte Putin. Er hält es für möglich, dass die gleiche Gruppe auch hinter den neuen Anschlägen in Dagestan steckt.

In Kisljar waren am Mittwoch zwölf Menschen bei einem Autobombenanschlag getötet worden, am Donnerstag detonierte nahe der Großstadt Chassawjurt ein mit Sprengstoff beladendes Auto. Die Insasssen wurden getötet, vermutlich ging der Sprengsatz vorzeitig hoch.

Während Bombenanschläge im Nordkaukasus zum Alltag gehören, herrschte in Moskau für mehrere Jahre relative Ruhe. 2004 sprengte sich ein Selbstmordattentäter in der U-Bahn in die Luft. Auch damals soll es sich um einen Rebellen aus dem Nordkaukasus gehandelt haben.